Ausbildung - "Selbstrettung" vom Tarthuner Kirchturm

Kameraden der FF Tarthun trainierten das Abseilen!

Dass ein Kamerad im aktiven Dienst der Freiwilligen Feuerwehr jederzeit mit Alarmierungen zu Einsätzen der Brandbekämpfung, zur Unfallbergung und Folgenbeseitigung oder zur Gefahrenabwehr nach Umweltkatastrophen rechnen muss, liegt auf der Hand.

Die Trainingseinheiten, die den Tarthuner Kameraden im Rahmen des stattgefundenen Ausbildungstages abverlangt wurden, gehören dagegen nicht zu den täglichen Aufgabenbereichen. Und dennoch spielten sie in dem von der Wehrleitung ausgegebenen Thema des Schulungstages eine wichtige Rolle: "Retten und Selbstretten" lautete das viel sagende Motto!

Nun kann man als Laie darunter verstehen, was man will. Den Verantwortlichen jedenfalls ging es bei der Konzeption der Ausbildung ganz konkret um eine Problematik:

Um das, was zu tun ist, wenn die Rettung von in Not Geratenen oder die des eigenen Lebens im Einsatzfall auf "normalen Wege" nicht oder nicht mehr möglich ist.

Szenarien dazu gibt es viele. Eines davon könnte folgendermaßen aussehen: Ein mehrstöckiges Wohnhaus ist durch einen Brand stark geschädigt, die Flammen haben das Treppenhaus bereits arg in Mitleidenschaft gezogen. Dennoch gelingt es den Einsatzkräften in jene oberen Etagen zu gelangen, dorthin wo die Löscharbeiten am dringendsten sind.

Während des waghalsigen Einsatzes bricht die marode Treppe jedoch zusammen, der Rückzugsweg für die Kameraden ist abgeschnitten. Dann ist es durchaus denkbar, das der einzige Weg zur Selbstrettung darin besteht, dass sich unsere Kameraden aus den oberen Etagen abseilen müssen. Und genau das war auch das zentrale Thema. An zwei Stationen hatten die Kameraden zunächst elementare Fertigkeiten wie Stiche, Knoten und Bunde geübt und später das Arbeiten in absturzgefährdeten Bereichen trainiert.

Den unbeschrittenen Höhepunkt der Ausbildung bildete dann das praktische Abseilen jedes einzelnen aus einer Luke des Tarthuner Kirschturms. Immerhin rund 15 m Höhe galt es dabei nur an einem Seil hängend und mit den Füssen an der Kirchturmmauer abgestützt zu überwinden. Eine echte Herausforderung, die wohl mancher Auszubildender erst dann richtig begriff, als es darum ging, sich in luftiger Höhe rücklings aus dem Fenster fallen zu lassen.

Zur Belohnung gab es von den zahlreichen Zuschauern großen Beifall für jeden Abgestiegenen. Und in den Köpfen aller aktiven und passiven Beteiligten festigte sich die Gewissheit:

Im Ernstfall ist auf unsere Jungs Verlass!